Die Newsmeldung von Tesla zeigt, wo die Reise hingeht: Maschinen werden über die Cloud aktualisiert. Aber es zeigt auch, wie weit die Fantasie der deutschen Autoingenieure und Blogger reicht. Da wurde in diversen Presse- und Blogkommentaren klargestellt, dass es die Stop-and-go Funktion doch schon lange gibt, Spurwechselassistent keine Innovation sei, keine Revolution sowieso, und das Ganze nur bis 60 km/h. Aber darum geht es nicht. Es geht nicht um das schnöde Feature „Stop and Go“ oder im allerbesten US Marketing Slang, um den „Autopilot“. Klar können wir Deutschen das besser (hoffentlich). Es geht um das Upgrade von Automobilfunktionen, oder einfacher – von Technik „over the air“. Dafür hat Tesla die Infrastruktur gebaut und die Prozesse mit den Maschinen so verknüpft. Klingt nach Zukunft und ist es auch.

So könnte man das leidige Dieselthema von VW, abgesehen von den Strafzahlungen, fast kostenfrei beheben. Fehler, die sich in die immer komplexeren Produktions- und Entwicklungszyklen einschleichen, ließen sich auch nach Auslieferung beheben oder anpassen. Das würde wiederum die Entwicklungszeit verkürzen und alles agiler machen. Noch viel genialer fände ich den Gedanken, wenn die Autos mit Funktionen ausgestattet wären, die „disabled“ sind und später nachgekauft werden: Zum Beispiel ein schön leichter Sechszylindermotor, der nur mit vier Zylindern läuft. Wenn es mir zu wenig ist, dann kauf ich die zwei Zylinder nach. Vergleichbares geht ja heute schon, aber eben nur einmal beim Kauf… So lange die Hardware schon im Auto ist, wird alles gut. Ähnlich verhielt es sich ja auch in diesem Falle – die Sensoren waren schon eingebaut. Was dann wiederum zu einem Innovationszyklus wie bei der uns bekannten Rechenzentrumshardware führt: Nach ein paar Jahren ist die Hardware zu alt und muss ausgetauscht werden. So könnte es auch den Sensoren gehen. Führt mich zu standardisierten Formfaktoren in Automobilen – aber das ginge hier zu weit.

Noch ein Gedanke: Man könnte so ein Feature, wenn es nicht überlebenswichtig ist, ja auch mieten… Für eine lange Fahrt nehme ich Spurhalteassistent, für die Stadtfahrt ist der überflüssig. Toll. Doch wo stehen wir heute in Deutschland? In meinem nigelnagelneuen Audi Q7 werden die Spotify Album Cover immer noch nicht richtig im Display angezeigt… Aber immerhin liegt er gut auf der Straße.

Bild: pokki77/Shutterstock.com

Sirko Schneppe

Sirko ist einer der Gründer und Geschäftsführer von diva-e. Er arbeitet schon seit fast 20 Jahren im Bereich E-Commerce und ist dadurch Experte für Online-Handel, Content Management und Online-Marketing. Als echter Entrepreneur hat er seinen Unternehmergeist in zahlreichen Projekten bewiesen, die heute zu den Meilensteinen in der Entwicklung des E-Commerce zählen. Sirko ist immer auf der Suche nach Neuem und dadurch Profi, wenn es um aktuelle Trends und Entwicklungen geht. Alle Autoren anzeigen

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