Brasilien – kaum ein Land ist diese Tage so sehr in den Schlagzeilen wie der Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2016. Jeden Tag gibt es Berichte über die Spitzensportler in Rio, ihre Siege und Niederlagen, persönlichen Schicksale und Glücksmomente. Doch wie steht es um das Land hinter den Spielen: Lohnt es sich für Unternehmen, in den brasilianischen Markt zu expandieren?

Das Land
Brasilien hat in letzter Zeit viele Negativschlagzeilen gemacht. Korruption, Kriminalität und Armut sind noch immer ernstzunehmende Probleme, die das gesellschaftliche Leben prägen. Hinzu kommt die Rezession, in der sich das Land aktuell befindet – der stärkste Wirtschaftsabschwung seit den 1930er-Jahren, der bis jetzt schon mehr als 10 Millionen Menschen in die Arbeitslosigkeit getrieben hat. Schließlich sorgen die Suspendierung und drohende Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff für eine politisch angespannte Lage. Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung.
Brasilien ist das größte und bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas. Obwohl man es im Ausland fast nur für Fußball, Samba und Karneval kennt, zählt es mit einem BIP von fast 2.353 Mrd. USD (2014) zu den größten Volkswirtschaften der Welt. Für ausländische Investoren ist Brasilien deshalb schon lange ein attraktiver Standort für Direktinvestitionen und auch immer mehr Unternehmen setzen auf diesen Handelspartner. 2014 kam bereits ein Fünftel aller brasilianischen Importe aus der EU. Da Brasilien gemeinsame Grenzen mit den meisten südamerikanischen Ländern hat (Ausnahmen sind hier nur Chile und Ecuador), gilt es Vielen als Tor zum südamerikanischen Markt. Sportliche Großereignisse wie die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014 oder die Olympischen Sommerspiele 2016 haben zudem für einen gewissen Aufschwung im Land gesorgt und zu einer Verbesserung der Infrastruktur beigetragen. Was den brasilianischen Markt gerade für den E-Commerce so verlockend macht, sind jedoch seine Internetnutzer.

Die Internetnutzer
Brasilianer verbringen im Schnitt sechs Stunden am Tag im Netz – ein Weltrekord, durch den sie in Sachen Internetnutzung noch vor den USA, dem Vereinigten Königreich oder Südkorea liegen. Da es heute bereits 107 Millionen Internetnutzer in Brasilien gibt, bedeutet dies ein riesiges Potenzial für den E-Commerce. Statistiken belegen, dass es außerdem immer mehr Brasilianer gibt, die ein Smartphone benutzen. Wenn dieser Trend weiter anhält, sollten Mobile und E-Commerce in den nächsten Jahren mit großen Zuwachsraten rechnen dürfen. Um die brasilianischen User vom eigenen Shop zu überzeugen, ist es jedoch wichtig, sich ihren Gewohnheiten anzupassen. Laut Statistiken ist die Mehrheit der Bevölkerung in den Sozialen Netzwerken aktiv. Viele von ihnen geben an, dort nach Rezensionen, Erfahrungsberichten oder Hintergrundinformationen zu suchen. Es lohnt sich deshalb, diese Kanäle aktiv in den Marketing-Mix einzubeziehen und so für mehr Präsenz der eigenen Marke zu sorgen. Auch bei den Bezahlmethoden gibt es lokale Besonderheiten: So erwarten Kunden neben der Möglichkeit, mit Kreditkarte zu bezahlen, auch die Option, Boleto Bancário, ein Zahlungssystem der brasilianischen Zentralbank, verwenden zu können.

Fazit: Trotz aller Herausforderungen ist Brasilien ein Land, das man auch nach Olympia nicht aus den Augen verlieren sollte. Hier findet man den größten Markt Lateinamerikas und gerade im Bereich E-Commerce gibt es viel Potenzial. Weitere Informationen und Tipps zur erfolgreichen Durchdringungen des lokalen Marktes gibt es im aktuellen Blueprint.

Bild: Franzi/Shutterstock.com

Christina Klein

Christina arbeitet als Werkstudentin im Bereich Marketing und Social Media. Sie studiert den Master Interkulturelle Personalentwicklung und Kommunikationsmanagement, reist gerne und interessiert sich für alles Internationale. Alle Autoren anzeigen

Das könnte Ihnen auch gefallen

Vom Einkaufswagen zum digitalen Warenkorb
Weiterlesen
Das perfekte Paar: <br> CMS- und E-Commerce-Systeme
Weiterlesen
Die Zukunft im Blick: <br> Trends im E-Commerce
Weiterlesen
Erfolgreiche Online-Shops: <br> Technik und Content vereint
Weiterlesen