Nach Mechanisierung, Industrialisierung und Automatisierung stehen Industrieunternehmen vor der nächsten Revolution: Die Industrie 4.0. Diese lässt durch die digitale Vernetzung von Menschen, Maschinen und Produkten eine neue Form entstehen, um die komplette Wertschöpfung digital zu organisieren und zu steuern.

Die Vorbilder sind längst im alltäglichen Leben integriert

Digitale Technologien wie Social Media, Mobility oder Cloud Computing zeigen, wie der Trend Industrie 4.0 funktionieren kann. So gehört es schon längst zum Tagegeschäft, dass Unternehmen Social Media verwenden, um dort mit ihren Kunden in Kontakt zu treten und die Anliegen der Kunden zu beantworten. Mobile Endgeräte wie Smartphone oder Tablet und somit auch mobiles Internet sind für viele aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Ob für die Kommunikation über Messenger-Dienste, bei Online-Bestellungen oder für die Vernetzung mit Auto und Smartwatch: Laut einer Statista-Studie nutzen bereits 80 Prozent der Deutschen ein Smartphone. Die meisten von ihnen nutzen dabei bereits Cloud Computing – oftmals, ohne es zu wissen. Cloud Computing erlaubt es Onlinediensten, E-Mails zu versenden, Filme wiederzugeben, Bilder abzuspeichern und weitere alltägliche Aufgaben zu ermöglichen. Industrieunternehmen können sich an diesen Entwicklungen ein Beispiel nehmen.

Die Herausforderungen der Industrie

Viele Unternehmen erkennen bereits die damit verbundenen Chancen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die individuellen Bedürfnisse der Endkunden besser zu befriedigen. Die Herausforderung liegt jedoch dabei, dass Endkunden nicht nur persönlich und schnell informiert werden, sondern auch entertaint und betreut werden wollen. Laut einer Studie von Strategy& und PwC wollen vier von fünf Industrieunternehmen bis 2020 die komplette Wertschöpfungskette digitalisieren, um neben ihren Geschäftsprozessen auch die Kundenbeziehungen und Angebote verbessern zu können.

Das Managementkonzept von Porter

Von der klassischen Wertschöpfungskette (Value Chain) nach Michael E. Porter hat sicherlich jeder schon einmal gehört. Vor über 30 Jahren wurde dieses Managementkonzept veröffentlicht, das mittlerweile zu den wohl bekanntesten Vertretern gehört. Es hat bis in die heutige Zeit eine wichtige Stellung, um die Aktivitäten eines Unternehmens abzubilden. Ferner verdeutlicht das Modell, wie der Wert eines Produktes oder einer Dienstleistung für den Kunden entsteht.

Porter geht von fünf Primaraktivitäten aus, die – wie die Bezeichnung bereits ausdrückt – die eigentlichen Wertschöpfungsprozesse darstellen. Sie reichen von Logistik, Produktion und externe Logistik über Marketing & Vertrieb bis hin zum Service des Unternehmens. Darüber hinaus sind die vier Unterstützungsaktivitäten Unternehmensinfrastruktur, Personalwirtschaft, Technologieentwicklung und Beschaffung notwendig, um die Primäraktivitäten erfolgreich durchzuführen. Ziel ist es, in jedem Prozessschritt einen Mehrwert zu ermöglichen.

Der Wandel hat längst begonnen

Die Wertschöpfungskette eines Unternehmens hat sich längst verändert. Die starren Wertschöpfungsketten werden von dynamischen Wertschöpfungsnetzwerken abgelöst, die nicht nur flexibel sind, sondern auch echtzeitoptimiert, selbst organisierend und unternehmensübergreifend.

Welche Einflussfaktoren und Entwicklungen dazu beigetragen haben, dass sich die Wertschöpfungsprozesse transformieren, stellt eine Studie von Roland Berger Strategy heraus. Durch die Verwendung von digitalen Daten liegen Informationen in Echtzeit vor. Informations- und Warenflüsse vereinfachen die strategische Steuerung und die Transparenz der Prozessvorgänge durch umfassende Vernetzung aller Beteiligten. Zudem ermöglicht die Automatisierung, dass Maschinen untereinander kommunizieren können und somit Engpässe identifizieren, Fehler aufzeigen und im besten Fall sogar selbst beheben können.

Die Vorteile der Veränderung

Die dynamischen Wertschöpfungsprozesse bringen einige Vorteile für Unternehmen mit sich. So lässt sich nicht nur die Effizienz der Produktionsstrukturen steigern, sondern auch Kosten in der Produktion und Lagerung einsparen. Zudem lassen sich Produktions- und Logistikprozesse besser steuern, Kundenwünsche besser und schneller berücksichtigen und neue innovative Produkte entstehen.

Fazit: Aufgrund von digitalen Daten, Automatisierung und anderen technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen werden sich die Wertschöpfungsketten der Industrie immer mehr zu dynamischen Wertschöpfungsnetzwerken weiterentwickeln. Die Industrie 4.0 hat damit längst begonnen. Unternehmen stehen nun vor der Herausforderung, die digitale Vernetzung von Maschine, Mensch und Produkt zu garantieren. Nur so kann es gelingen, die Bedürfnisse der Kunden zufriedenzustellen und auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben.

Mehr Trends und Tipps rund um digitale Transformation im aktuellen Blueprint.

Hanni Gummel

Hanni ist Teil des Business Consulting Teams und hilft Kunden bei der Analyse, Konzeption, Umsetzung und Betreuung von Online-Portalen. Sie greift dabei auf 11 Jahre Erfahrung in den Bereichen Business Development und Online Marketing zurück. Alle Autoren anzeigen

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