Mobile Commerce ist längst mehr als eine Modeerscheinung: Immer mehr Menschen kaufen über Tablets oder Smartphones ein, weil sie ein schnelles, flexibles und unkompliziertes Einkaufserlebnis suchen – sei es morgens in der U-Bahn oder abends auf dem Sofa. Zwischen 70 und 80 Prozent dieser Einkäufe werden allerdings nicht über Apps getätigt, sondern direkt in Webshops, die für mobile Endgeräte optimiert wurden. Suchmaschinen wie Google ranken Websites sogar schlechter, wenn sie nicht an den mobilen Handel angepasst sind. Für E-Commerce-Betreiber scheint deshalb kein Weg am Thema Mobile Commerce vorbeizuführen. Doch wer seinen Shop für mobile Geräte öffnen will, lernt schnell, dass zur Mobile Optimierung mehr gehört als nur die Desktop-Seite abzuspecken.

Das Einmaleins des Mobile Commerce
Zunächst muss man verstehen, dass Mobile nicht für sich allein steht, sondern nur einer von vielen Touchpoints entlang der Customer Journey ist. Daher müssen bei allen Maßnahmen rund um die Mobile-Business-Strategie der Nutzer und seine Bedürfnisse an unterschiedlichen Punkten des Kaufprozesses im Mittelpunkt stehen. Außerdem müssen die Nutzungssituationen der Smartphone- und Tablet-User ebenso berücksichtigt werden wie die technologischen Anforderungen angesichts einer kaum zu überblickenden Anzahl an mobilen Devices mit unterschiedlichen Betriebssystemen in verschiedenen Versionen. Wird dies verinnerlicht, können konkrete Maßnahmen ergriffen werden, um den eigenen Shop für mobile Anforderungen zu optimieren.

Wege zur Mobile Optimierung
Für Mobile Commerce optimierte Online-Shops sollten typische Mobile-Funktionen nutzen, um die User-Experience zu verbessern – zum Beispiel durch Verwendung der eingebauten Kamera oder des GPS-Signals für personalisierte Angebote oder einen besseren Support. Außerdem ist es angesichts einer immer kürzer werdenden On-Page-Verweildauer wichtig, Komplexität zu reduzieren und die Klickstrecken so kurz wie möglich zu gestalten, damit wichtige Inhalte möglichst schnell erfasst werden können. Durch inspirierenden Content können darüber hinaus Cross- und Up-Selling-Potenziale genutzt werden, wodurch Besucher des Mobile-Shops beispielsweise auf weitere Angebote hingewiesen werden können. Die wichtigsten Grundlagen für erfolgreichen Mobile Commerce sind jedoch schnelle Ladezeiten, einfache Check-out Prozesse und eine intuitive Navigation mit optimierter Suchfunktion. Bei all diesen Elementen sollten regelmäßig Usability-Tests durchgeführt werden, um Schwachstellen zu enttarnen und frühzeitig auszubessern.

Trends im Mobile Commerce
Doch wer nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft im Mobile Commerce erfolgreich sein will, muss schon heute die Trends von morgen im Blick haben. Instant-Shopping, Mobile Payment und Internet-of-Things sind Beispiele für aktuelle Entwicklungen, die uns auch in den nächsten Jahren noch beschäftigen werden. Viele dieser Trends stecken noch in den Kinderschuhen, aber ihr oftmals revolutionärer Ansatz wird völlig neue Möglichkeiten für Shop-Betreiber eröffnen: Ein One-Click-Einkauf während dem Surfen in sozialen Netzwerken, mobiles Bezahlen per Iris-Scan oder Kaffeemaschinen, die selbständig die Lieblingskaffeesorte nachbestellen – was jetzt noch nach Science-Fiction klingt, könnte bald Alltag sein. Die Betreiber von Online-Shops sollten deshalb schon jetzt darüber nachdenken, wie sie mit Blick auf solche Trends ihr Angebot in Zukunft anpassen, ausweiten und optimieren können.

Fazit: Um langfristig vom nach wie vor wachsenden E-Commerce zu profitieren, reicht es nicht, nur einen Online-Shop auf einer Website zu betreiben. Die nutzerzentrierte Optimierung von Shops für mobile Endgeräte ist mittlerweile ein wichtiger Erfolgsfaktor, den Anbieter nicht vernachlässigen sollten. Da sich Technologien jedoch rasend schnell weiterentwickeln, müssen auch Zukunftstrends im Auge behalten werden, um die eigene Digital-Business-Strategie rechtzeitig und entsprechend agil anzupassen.

Bild: Undrey/Shutterstock.com

Jan Stöckel

Jan ist mit seinem Experten-Team für die digitale Strategieberatung bei diva-e zuständig. Als Head of Digital Value Consulting hilft er Kunden, ihre vollen Online-Potenziale zu erkennen und sie durch eine ganzheitliche Digitale Strategie auszuschöpfen. Dabei greift er auf mehr als 16 Jahre Erfahrung in der Entwicklung von digitalen Geschäftsmodellen und -strategien sowie der Konzeption, Umsetzung und Betreuung von Online-Portalen zurück. Alle Autoren anzeigen

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