Japan blickt in seiner langen Geschichte zurück auf Zeiten der Feudalherrschaft und solche geeinter Strukturen, auf Abschottung und Öffnung gegenüber dem Ausland. Heute wird das Land der aufgehenden Sonne vor allem durch Konsum, Technik und Internet geprägt – perfekte Voraussetzungen für den E-Commerce.

Der Online-Markt
Kaum eine Nation ist so technikbegeistert wie Japan. Es ist deshalb keine Überraschung, dass der Online-Handel hier besonders erfolgreich ist: 75% der Japaner haben bereits Erfahrungen mit Online-Shopping und auf der Skala der E-Commerce-Einkommen erreicht das Land den vierten Platz. 2015 wurden so in Japan rund 80 Milliarden USD im E-Commerce umgesetzt. Circa die Hälfte des Umsatzes entfällt dabei auf die drei Giganten im japanischen E-Commerce: Rakuten, Amazon Japan und Yahoo Japan Shopping.

Farbenfrohes Japan
Betrachtet man die Webpräsenz dieser Anbieter, wird man von farbenfrohen, prall mit Inhalt gefüllten Webseiten begrüßt – eine Besonderheit des japanischen Konsums. Im Gegensatz zu europäischen Gewohnheiten ist es in Japan üblich, möglichst schnell möglichst viele Informationen an potenzielle Kunden zu bringen und mit auffälligen Tönen oder Musik zusätzliche Aufmerksamkeit zu generieren. Auf den Straßen wird man deshalb mit Flyern überhäuft, Wände sind meterhoch plakatiert und auch in U-Bahnen finden sich beliebte Werbeflächen – sei es für Stoffbanner und Poster, oder bunte Werbeanzeigen, die sich auf den Bildschirmen mit Haltestellenanzeigen abwechseln.

Shopping-Gewohnheiten
Für den Absatz von Produkten haben sich in Japan Online-Marktplätze bewährt. Dies zeigen die bereits erwähnten japanischen E-Commerce Giganten, die alle diese Strategie verfolgen, aber auch die Tatsache, dass bereits sieben von zehn japanischen Konsumenten bei Rakuten registriert sind –  ein Verhältnis, das fast 95 Millionen Japanern entspricht. Bezahlt werden die Einkäufe am liebsten mit Kreditkarte, aber auch Nachnahme, Banküberweisungen oder Bezahlung in einem der vielzähligen 24/7 Convenience Stores sind häufig gewählte Bezahloptionen. An die Onlinebestellung und Lieferung sind allerdings gewisse Erwartungen gebunden: Viele Japaner shoppen aus Bequemlichkeit über ihr Smartphone und erwarten eine schnelle Lieferung. Wenn die Lieferung länger als zwei Tage dauert, schlägt es sich deutlich auf die Kundenzufriedenheit nieder. Außerdem sollten die Seite und der Kundenservice auf Japanisch angeboten werden, da Englisch im Alltag nicht stark verbreitet ist.

Fazit: Japan bietet schon jetzt einen guten Markt für erfolgreiches E-Commerce, aber auch in Zukunft wird es hier viele Chancen geben. Weitere Informationen über den E-Commerce im Land der aufgehenden Sonne und die Erfolgsfaktoren für den japanischen Markt gibt es im aktuellen Blueprint.

Bild: melazerg/Shutterstock.com

Solveig Elsässer

Solveig arbeitet als Werkstudentin im Bereich Business Consulting und unterstützt die Diven bei der Digitalen Strategieberatung. Sie studiert im Master Betriebswirtschaftslehre und hat ihren Fokus auf Supply Chain Management gelegt. Alle Autoren anzeigen

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