Bei der Entwicklung von Online-Shops stehen Unternehmen immer wieder vor dem klassischen Henne-Ei-Problem: Was kommt zuerst? Viele glauben, dass vor der Erstellung von Content eine ausgereifte IT-Infrastruktur geschaffen werden muss; andere sehen das genau umgekehrt und konzentrieren sich auf das Erstellen von Beiträgen. Dabei ist ein einseitiger Fokus fast immer zum Scheitern verurteilt. Technik und Content sind gleichermaßen von Bedeutung und müssen bei der Entwicklung von Online-Shops zusammen gedacht werden.
Einzigartiges Shopping-Erlebnis schaffen
Um sich auf dem hart umkämpften Online-Markt gegen die Konkurrenz durchsetzen zu können, müssen Unternehmen mit ihrem Online-Angebot hervorstechen und ihren Kunden ein einzigartiges und emotionales Shopping-Erlebnis bieten. Das gelingt zum einen durch guten, relevanten Content und zum anderen durch eine optimale Shop-Infrastruktur. Oft wird in einem Projekt zunächst die technische Umsetzung des Online-Shops bedacht – um den Content kümmert man sich dann erst im zweiten Schritt. Dabei spielt er eine entscheidende Rolle, wenn es um einen erfolgreichen Online-Auftritt geht.
„Guter“ Content: Was soll das sein?
Content sollte ganz generell für Menschen erstellt werden, nicht für Suchmaschinen. Der Text muss den Nutzer an genau dem Touchpoint der Customer Journey abholen, an dem er sich gerade befindet. Nutzer sollten außerdem durch eine gute Struktur an die Hand genommen werden: Ein wesentlicher Faktor hierbei sind klar gekennzeichnete Kategorien und Unterkategorien.
Online-Shops erstellen: Drei Möglichkeiten zur technischen Umsetzung
Welche Möglichkeiten es gibt, das Shop-System und CMS miteinander zu verbinden, zeigen diese drei Lösungsansätze:

1. Commerce-First-Ansatz
Beim Commerce-First-Ansatz ist das Shop-System das führende System. Shop und Produkte stehen also im Vordergrund und die Inhalte aus dem CMS werden in das Shop-System eingespielt. Die Herausforderung dabei ist, dass der auf die Kunden zugeschnittene, personalisierte Content individuell angepasst, jedes Mal neu geladen und im Shop gerendert werden muss. Das kann zusätzlichen Aufwand bei der Softwareentwicklung verursachen – und damit höhere Kosten. Ein weiterer potenzieller Kostentreiber wäre ein fehlender Multi-Channel-Support seitens der E-Commerce-Plattform. Moderne CMS-Systeme bieten derartige Möglichkeiten meist „Out-of-the-Box“. Sinnvoll ist der Commerce-First-Ansatz vor allem dann, wenn nur wenige Verkaufskanäle geplant sind und ein gut integrierbares CMS-System zur Verfügung steht.

2. CMS-First-Ansatz 
Bei diesem Ansatz gilt das CMS als das führende System. Technisch betrachtet werden hier alle relevanten Informationen wie Produktdaten, Bestell- und Auftragsdaten sowie Kundendaten aus dem Shop-System in das CMS integriert. Der gesamte Einkauf muss im CMS abgebildet werden. Das Shop-System ist dann nur eine Menge von Schnittstellen mit entsprechender Datenhaltung. Hier liegt die Herausforderung darin, die Daten aus dem Shop-System aktuell, vollständig und performant in das CMS zu übertragen. Der Vorteil ist, dass alle Content-relevanten Features des CMS-Systems, wie z.B. Multi-Channel und Personalisierung, direkt im Shop verwendet werden können. Der CMS-First-Ansatz bietet sich beispielsweise an, wenn Produkte bisher nur stationär angeboten wurden und diese nun mithilfe einer CMS-basierten Website auch online verkauft werden sollen.

3. Hybrid-Ansatz
Shop-System und CMS sind bei diesem Ansatz gleichrangige Systeme und laufen parallel. Sowohl die Informationen aus dem Shop-System als auch der Content aus dem CMS werden auf ein „neutrales“ Drittsystem ausgespielt, z.B. eine Single-Page-Applikation. Die Herausforderung hierbei ist, die Informationen in das Drittsystem zu integrieren. Vor allem muss darauf geachtet werden, dass die Informationen entsprechend verfügbar, aktuell, vollständig und performant auszulesen sind. Relevant kann der Hybrid-Ansatz vor allem dann sein, wenn Online-Shop und CMS bereits erfolgreich parallel im Einsatz sind.

Fazit: Um einen Online-Shop erfolgreich umzusetzen, müssen Infrastruktur und Content zusammen funktionieren. Daher sollten sich Unternehmen von Beginn an Gedanken zu beiden Komponenten machen. Denn eine frühzeitige Zusammenarbeit zwischen den IT- und den Content-Verantwortlichen trägt dazu bei, dass die Shop-Besucher am Ende sowohl von einem hoch performanten, nutzerfreundlichen Online-Shop als auch von attraktiven Inhalten profitieren.

Bild: 053StudioSign/Shutterstock.com

Daniel Reyhe

Daniel besitzt langjährige Erfahrung bei der Integration verschiedener CMS-Lösungen (EMC, Oracle, Hippo) im heterogenen Projektumfeld. Das Team von diva-e unterstützt er seit fast fünf Jahren als Senior Architect und ist dabei für technischen Vertrieb, Beratung und Umsetzung in Kundenprojekten verantwortlich. Alle Autoren anzeigen

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