Moderne Informationstechnologien, zunehmende Vernetzung und fast uneingeschränkte Mobilität haben die einst so große Welt zu einem Dorf schrumpfen lassen. Internationalisierung bestimmt dadurch schon jetzt viele Bereiche unseres Lebens – Tendenz steigend.  Für zahlreiche Unternehmen ist es deshalb schon fast selbstverständlich, Produkte und Dienstleistungen auf dem globalen Markt anzubieten. Trotzdem scheitern immer wieder Firmen an der Umsetzung dieses Vorhabens. Worauf sollte man also achten?

Rahmenbedingungen kennen
Zunächst ist es wichtig, sich über die Zielregion und die jeweilige Marktsituation genau zu informieren. Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es? Wie gut ist die vorhandene Infrastruktur? Und welche kulturellen Besonderheiten müssen berücksichtigt werden? Die Mehrzahl der russischen Bevölkerung bevorzugt beispielsweise Barzahlung bei Online-Käufen, während fast die Hälfte aller Amerikaner bei jedem Einkauf ihre Kreditkarte nutzt. Bleiben solche Vorlieben unbeachtet, ist es nicht möglich, den Erwartungen der Kunden gerecht zu werden. Die Folge: Potenzielle Käufer wandern zur Konkurrenz ab. Um auf internationalen Märkten bestehen zu können, ist es deshalb unumgänglich, umfassende Länder- sowie Wettbewerbs- und Konkurrenzanalysen durchzuführen und die dabei gewonnenen Informationen in die Markteintritts- und Vertriebsstrategie einzubinden.

Weichen im Unternehmen stellen
Der Erfolg einer internationalen Ausrichtung hängt jedoch nicht nur von externen Faktoren ab; auch intern muss einiges berücksichtigt werden. So ist es wichtig, von Anfang an konkrete Verantwortlichkeiten zu klären. Denn die Internationalisierung eines Geschäftsmodells ist ein Projekt, das alle Bereiche eines Unternehmens betrifft. Ist vorher nicht genau geregelt, wer in welchem Bereich welche Entscheidungen treffen kann, werden Prozesse verlangsamt oder kommen im schlimmsten Fall ganz zum Erliegen. Wertvolle Zeit geht verloren, Potenzial wird vergeudet. Mit der Bestimmung von Hauptverantwortlichen für einzelne Teilschritte oder Regionen kann dem entgegengewirkt werden. Darüber hinaus ist es wichtig, alle beteiligten Mitarbeiter frühzeitig mit den neuen internationalen Anforderungen vertraut zu machen und sie durch Coachings oder Trainings für eine interkulturelle Zusammenarbeit zu sensibilisieren.

Fazit: Internationalisierung ist ein breites Themenfeld, das weit mehr umfasst als ökonomische Faktoren. Wer im globalen Wettstreit bestehen will, muss sich ein umfassendes Bild über den Markt der Zielregion machen und neben der Marktreife und dem Investitionsbedarf auch Faktoren wie die die vorhandene Infrastruktur oder legale Aspekte berücksichtigen. Für einen langfristigen Erfolg ist es zudem wichtig, seine potenziellen Kunden zu verstehen. Wissen über Kultur und Mentalität, Werte und Normen sowie Erwartungshaltungen und Ängste sollten deshalb nicht unterschätzt und bereits in die Entwicklung einer Internationalisierungsstrategie einbezogen werden.

Weitere Informationen sowie Tipps und Best Practices gibt es in unserem Blueprint Vol. 4 mit dem Themenschwerpunkt Internationalisierung.

Sirko Schneppe

Sirko ist einer der Gründer und Geschäftsführer von diva-e. Er arbeitet schon seit fast 20 Jahren im Bereich E-Commerce und ist dadurch Experte für Online-Handel, Content Management und Online-Marketing. Als echter Entrepreneur hat er seinen Unternehmergeist in zahlreichen Projekten bewiesen, die heute zu den Meilensteinen in der Entwicklung des E-Commerce zählen. Sirko ist immer auf der Suche nach Neuem und dadurch Profi, wenn es um aktuelle Trends und Entwicklungen geht. Alle Autoren anzeigen

Das könnte Ihnen auch gefallen

Anbieterauswahl leicht gemacht? Die Forrester Wave: B2B Commerce Suites, Q2 2015
Weiterlesen
Vom Einkaufswagen zum digitalen Warenkorb
Weiterlesen
Digital Experience Platform mit <br> Hybris und Hippo
Weiterlesen
Erfolgreiche Online-Shops: <br> Technik und Content vereint
Weiterlesen