Individualisierte und maßgeschneiderte Einkaufserlebnisse sind beim Online-Shopping dank des digitalen Fortschritts der letzten Jahre für viele Kunden zur Normalität geworden. Um diese Erwartungen erfüllen zu können, müssen Unternehmen ihre CMS- und E-Commerce-Systeme optimal aufeinander abstimmen. Wie sie das erreichen können, zeigt unser Blogbeitrag „Das perfekte Paar“. Doch wie sieht der konkrete Anwendungsfall zum Beispiel bei einer Integration von SAP Hybris und Hippo aus? Die jeweilige Systembewertung an sich lassen wir dabei einmal außen vor –  zumal beide im Enterprise-Bereich entsprechende Referenzen und genügend Bewertungen besitzen. Im folgenden Beitrag wollen wir uns stattdessen darauf konzentrieren, wie man das Beste aus beiden Welten vereint.

CMS als führendes System

Meistens bietet es sich an, das Hippo CMS als führendes System zu verwenden. Es ist der erste und einzige Kontaktpunkt für verschiedene Kanäle wie Web, Mobile oder Apps, die Inhalte über Schnittstellen (APIs) beziehen. Hier kann es seine Stärke in der Ausspielung von Content in unterschiedlichen Formen (HTML, JSON usw.) beweisen. Auch Hippo-Funktionalitäten wie Personalisierung, Targeting oder A/B-Testing bleiben einsetzbar und tragen zu einer positiven Customer Experience bei. Technisch gesehen sorgt dieser Ansatz außerdem für eine klare und konsistente Architektur, denn Daten vom und zum Benutzer nehmen immer den gleichen Weg. Zudem ist das Shopsystem SAP Hybris nicht direkt über das Internet erreichbar, was die Sicherheit vor potenziellen Angriffen erhöht.

Hippo CMS definiert im Idealfall also die Struktur der ausgelieferten Inhalte. Eine wesentliche Aufgabe ist nun die Integration der Daten und Funktionalitäten (Benutzerdaten, Warenkorb, Produktdaten, Checkout-Schritte, usw.), die zum Erreichen eines ganzheitlichen Systems nötig sind. Die klare MVC-Architektur von Hippo lässt es dabei ohne Weiteres zu, eigene Businesslogik zu ergänzen.

Angepasste Businesslogik-Schichten

In der so erstellten Schicht lädt Hippo CMS gezielt die benötigten Daten und Funktionalitäten. Auf diese Weise entsteht im Laufe des Projekts eine auf den Kontext angepasste Businesslogik-Schicht in Hippo, welche die Kernfunktionalitäten ergänzt und somit einen ganzheitlichen Auftritt gegenüber dem Kunden ermöglicht.

Diese Schicht kann in der gewählten Kombination mit Hippo und SAP Hybris sehr schlank gehalten werden. Häufig ist nicht mehr nötig, als eine bestimmte Funktion einer Schnittstelle des Shopsystems aufzurufen. Dennoch sorgt diese Schicht für eine Entkopplung der Systeme und hält damit das Gesamtkonstrukt flexibel. So kann zum Beispiel das Shopsystem ausgetauscht werden, beziehungsweise ein weiteres angebunden werden, ohne dass sich in der Darstellung für den Kunden etwas ändert. Dieser Anwendungsfall kommt beispielsweise dann zustande, wenn schrittweise ein globaler Rollout durchgeführt wird, bei dem sukzessive ein altes E-Commerce-System abgelöst wird. Content wird global mit Hippo ausgespielt und die E-Commerce Schicht wird nach und nach regional ausgetauscht.

Ergänzende Microservices

In einem umfangreichen digitalen Auftritt gibt es üblicherweise Funktionalitäten, die sehr speziell auf den jeweiligen Kontext ausgerichtet sind und daher nicht zwingend im standardmäßigen Funktionsumfang der eingesetzten Systeme enthalten sind. Um in der Architektur konsistent zu bleiben, sollten diese nicht innerhalb der Systeme implementiert werden, wenn sie vom Kontext nicht passen. Das bedeutet, wenn es sich um eine Funktionalität handelt, die weder eindeutig dem Content- noch dem Commerce-Bereich zugeordnet werden kann, sollte diese als eigenständiger Service implementiert werden.

Um die zentralen Systeme entstehen somit Microservices, die die Funktionalität der Systeme domänenspezifisch ergänzen. Diese werden in der vorhin bereits beschriebenen Weise über Businesslogik in das CMS integriert.

Fazit: In unserem Fall ist Hippo die zentrale Integrationsplattform des Projekts. Alle Fäden laufen hier zusammen, um dem Kunden ein ganzheitliches Nutzererlebnis zu bieten. SAP Hybris bringt mit der technologischen Nähe zu Hippo sowie Schnittstellen zu ERP und PIM die notwendige Commerce-Power unter die Haube. Natürlich ist es auch denkbar, das E-Commerce-System oder das CMS durch ein anderes Produkt zu ersetzen. Dabei sollte aber sehr auf technologische Verwandtschaft geachtet werden, um die Integrationskomplexität und -aufwände nicht explodieren zu lassen.

Ralf Weber

Ralf ist seit fünf Jahren für diva-e als Entwickler und Architekt tätig. In den letzten Jahren hat er seinen Fokus verstärkt auf die Integration von CMS- und Shopsystemen zu ganzheitlichen Online-Plattformen gelegt. Er ist dabei bestrebt, die jeweilige Systemarchitektur trotz aller Komplexität konsistent und übersichtlich zu halten. Alle Autoren anzeigen

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