So lag sie da, die neue t3n, im Zeitungsregal des Supermarktes. WOW! War mein erster Gedanke, denn das Cover sprach mir direkt aus der Seele. Bargeldloses Zahlen liegt mir quasi im Blut bzw. ab dem Zeitpunkt, als ich meine erste EC-Karte auch wirklich „meine“ nennen durfte.

Während die Mehrheit der Deutschen ihre Münzen und Scheine lieben, habe ich kein Bargeld mehr dabei. So lebe ich seit Jahren damit, dass die Kassiererin mit den Augen rollt, wenn ich bei kleineren Beträgen die Karte zücke. Oder ich rolle mit den Augen, wenn bei Kleinbeträgen keine Kartenzahlung möglich ist. Doch der digitale Wandel macht auch vor den Gewohnheiten des alltäglichen Zahlungsverkehrs nicht halt. Noch nie wurde es mir so leicht gemacht, bargeldlos zu zahlen, wie heute. Und gerade jetzt eröffnen sich unendlich viele Möglichkeiten des digitalen Bezahlens.
So werden heute Filme, Games und Musik im Netz mit eigenen Content Codes bezahlt. Debit, Kredit oder Prepaid-Kreditkarten setzen sich selbst bis in die kleinsten Ladengeschäfte oder Lokale durch, endlos lange Warteschlangen umgeht man mit sogenannten Self-Service-Kassen und selbst seine Einkäufe kann man mittlerweile mit Punktesystemen bezahlen. Damit nicht genug, steht in Deutschland auch das Mobile-Payment mit jeder Menge Potenzial in den Startlöchern. Das Spielfeld ist riesig und die Anzahl der Startups wächst und macht dem klassischen Bankgeschäft einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Etwa fünfzig Prozent der Händler sehen das Bezahlen per Near Field Communication (NFC) als den technologischen Nachfolger des Bargelds. App-Payments wie rechnung48.de wickeln heute problemlos unser Rechnungswesen ab, modern und unproblematisch spendet man mit der twingle App und sein Mittagessen beim Lieblingsitaliener um die Ecke bezahlt man inzwischen via Gastronomie App OpenTabs. Für (noch mehr) neuen Schwung im Paymentsektor sollen zukünftig Samsung Pay, Android Pay, Google Wallet, Square und Apple Pay sorgen. Sie stehen dem Online-Zahlungsanbieter PayPal gegenüber, der sich schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt etabliert hat. Aber auch dieser Riese im Online-Payment-Sektor darf nicht stillstehen.

So hat PayPal den Trend des Mobile-Payments aufgegriffen und seinerseits eine App entwickelt, um Bezahlvorgänge via Smartphone sicher, bequem und unkompliziert abzuwickeln. Die App PayPal One Touch ermöglicht eine kanalübergreifende Bezahlmethode. Nach Installation und einmaliger Dateneingabe kann während der zukünftigen Online-Käufe bequem auf die PayPal One Touch App zugegriffen und von dort aus die Zahlung initiiert werden. Mit Beacon hingegen ermöglicht PayPal dem Kunden durch die einfache Ansage, dass er PayPal nutzen möchte, das Bezahlen im Geschäft ohne das Smartphone aus der Tasche zu holen. Dafür benutzt das Beacon eine Verbindung zwischen Bluetooth und Smartphone. Zukünftig wird das Unternehmen auch in der Lage sein, Zahlungen zwischen mobilen Endgeräten und über soziale Netzwerker abwickeln zu können.

Der Trend ist erkennbar und es bleibt spannend. Viele Unternehmen möchten gern in diesem Segment des Bezahlwesens mitspielen. Die Zeit wird zeigen, welche Dienste sich etablieren und welche sich in der Kundenakzeptanz durchsetzen werden. Eines ist jedoch jetzt schon gewiss: Über das Augenrollen der Kassiererin muss ich mir in Zukunft keine Sorgen mehr machen.

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Mein Lesetipp: t3n, Nr. 41 („Bargeld Nervt“)