Nicht nur für uns ist B2B Commerce weit mehr als ein Steckenpferd: Er bedeutet internationale Kunden und Projekte, herausfordernde Geschäftsmodelle, komplexe Integrationsszenarien und in allen Bereichen höchste Ansprüche. So ist natürlich eine gewisse Vorsicht in allen E-Commerce-Initiativen allgegenwärtig. Wie startet man am besten, welche neuen Aufgaben und Prozesse kommen auf das Unternehmen zu, wo liegen die großen und kleinen Stolpersteine und mit wem und auf welcher technologischen Basis setzt man ein solches Vorhaben um?

Zur Beantwortung der letzten Frage gibt es eine Vielzahl von Reports und Analysen, die helfen sollen, aus dem mittlerweile fast unüberschaubarem Spielfeld von potenziellen Technologien die passende Lösung zu finden. Einer der wichtigsten ist vor wenigen Tagen in der aktuellsten Auflage erschienen: The Forrester Wave™: B2B Commerce Suites, Q2 2015. Als eines der führenden Technologie- und Marktforschungsunternehmen weltweit prüft Forrester Research in regelmäßigen Abständen die Lösungen von Technologieanbietern unterschiedlichster Industrien – darunter auch Lösungen für B2B Commerce – auf Herz und Nieren. Doch wie kann dieser Report einzelnen Unternehmen konkret helfen?

Im Detail betrachtet der Report verschiedene Aspekte von Hersteller und Produkt, wie beispielsweise Architektur, PIM- und CMS-Fähigkeiten, B2B E-Commerce Features oder Order-Management, aber auch Strategie des Unternehmens, Produkt-Roadmap, Kosten und Marktpräsenz. Dies ist für deutsche Unternehmen ein wichtiger und nicht zu unterschätzender Aspekt, da einige durchaus gute Technologien nicht auf dem Radar und damit in der Bewertung sind oder Anbieter mit einer nur lokalen Ausrichtung schlechter oder besser positioniert scheinen. Daher der erste Tipp: Die Grafik mit den Positionen der verschiedenen Lösung basiert auf einer von Forrester definierten Gewichtung der einzelnen Faktoren. Der vollständige Report enthält die erforderlichen Rohdaten und ermöglicht die Gewichtung der Faktoren nach den eigenen Bedürfnissen und Anforderungen – mit teilweise erheblichen Abweichungen zum ursprünglichen Bild. Erst nach entsprechender Konfiguration erhält man also ein Ergebnis, das mehr als ein Schönheitswettbewerb ist.

Auch der starke USA-Fokus des Reports ist nicht in jedem Fall repräsentativ für ein deutsches mittelständisches Unternehmen, das sich mit B2B Commerce beschäftigen möchte. Hier kann die Unterstützung durch lokale Berater und Dienstleister helfen, weitere potenzielle Lösungen für das eigene Vorhaben zu identifizieren. Industrien haben in verschiedenen Bereichen erheblich abweichende Anforderungen an abzubildende Geschäftsprozesse. Eine Standardlösung, die perfekt in ein Handelsszenario passt, kann für ein rohstoffproduzierendes Unternehmen völlig ungeeignet sein. Absatz-Forecasts, Abrufaufträge, Ausschreibungen und Kontrakte sind nur mit den wenigsten Lösungen tatsächlich im Standard praxisnah abbildbar und bedingen einen hohen Aufwand an kundenindividuellen Anpassungen und Entwicklungen im Projekt.

Einen alternativen Einblick in Herausforderungen, Lösungsansätze und Technologien gibt der E‑Commerce Blueprint Vol. 1: B2B E‑Commerce-Lösungen im Vergleich .

Bild: Iconic Bestiary/Shutterstock.com

Alexander Neuhausen

Alexander ist Principal Analyst und Business Consultant bei diva-e. Mit knapp 15 Jahren Erfahrung im E-Commerce weiß er, wie der Hase läuft. Wenn er sich nicht gerade um die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle, Transformation und Innovation kümmert, schreibt er fleißig für die diva-e Blueprints. Alle Autoren anzeigen

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